lebensversicherung

Zur Sinnhaftigkeit von klassischen Lebensversicherungen im Jahr 2012!

Oder: Warum es kaum möglich ist, die Inflation mit klassischen Lebensversicherungen zu schlagen

Klassische Lebensversicherungen veranlagen im Regelfall zu rund 5% in Aktien, 5-10% in Immobilien und zu mehr als 80% in Anleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren.

Die Rendite von deutschen Staatsanleihen liegt aktuell (März 2012) bei rund 1,5%, jene von österreichischen bei rund 2,35%!!
(Quelle: www.oenb.at bzw. www.bundesbank.de)

Titel mit höheren Renditen, z.B. griechische Staatsanleihen, werden von vielen institutionellen Anlegern (wie Versicherungen, Pensionskassen etc.) derzeit massiv abgewertet.

Der Garantiezins für klassische österreichische Lebensversicherungen lag bis zum Jahr 2000 bei 4% und ist seither kontinuierlich gefallen. Seit 1. April 2011 gilt der neue Garantiezins in Höhe von 2% p.a. (UPDATE: inzwischen sind wir bei 1,75% angekommen), aber nur auf das tatsächlich veranlagte Kapital nach Kosten, d.h. das sind keine „echten“ 2%p.a.

„….aber da gibts doch noch die Gewinnbeteiligung?!“

Selbstverständlich, aber aufgrund des oben angeführten Rendite-Problems wird da unserer Ansicht nach in den kommenden Jahren wohl nicht viel dazu kommen, denn ein markantes und rasches Ansteigen der Renditen erwartet derzeit niemand, und das Ausweichen auf höher-rentierliche Anleihen (siehe Griechenland) traut sich, aus gutem Grund, wohl auch keine Versicherung!

Wie hoch ist die Inflation aktuell?

2011 waren es 3,5% in Österreich; für 2012 werden nur ca. 2,2% erwartet (Quelle: www.oenb.at)

Was heißt das im Klartext:

Unsere Meinung ist, dass es verdammt schwierig ist mit einer klassischen Lebensversicherung im Jahr 2012 und darüber hinaus alleine nur die Inflation auszugleichen, ganz zu schweigen von einem positiven Wertzuwachs.

…. und was passiert wenn sich der Euro auflöst?

Zum einen ist dies ein sehr unwahrscheinliches Szenario, aber eines ist gewiss, eine klassische Lebensversicherung ist ebenso fast ausschließlich nur mit einem nominellen Wert (und somit nur teilweise/wenig mit Sachwerten) hinterlegt, wie ein Sparbuch, Bausparvertrag oder eine Anleihe und bietet deshalb wenig Schutz in solchen Szenarien.

WARUM im BRENNPUNKT?

Wir wurden von der Mutter eines langjährigen Klienten darum gebeten, ihre klassische Lebensversicherung eines renommierten österreichischen Anbieters zu überprüfen. Es handelt sich um die „kostenlose“ Verlängerung der bereits vollständig eingezahlten Altpolizze für die nächsten 5 Jahre.

Jedoch auch für diese Verlängerung gilt der neue Garantiezins von 2%!!!!

Auch die anderen oben angeführten Punkte gelten für diese Polizze genauso.

Vor allem der Punkt Inflationsschutz liegt ihr besonders am Herzen – die klassische Lebensversicherung ist dafür als Instrument sicher nicht geeignet.

DEMNÄCHST im BRENNPUNKT

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