Niedrige Zinsen

Niedrige Zinsen – Kopf in den Sand stecken oder aktiv werden?

Etwa 2,5% Inflation, ca. 3% Lohnerhöhung, aber nur 0,25 bis 1,0% Zinsen am Sparbuch (je nach Anbieter vielleicht auch eine Spur höher; insgesamt herrscht aber folgendes vor: Niedrige Zinsen!).

Alternative 1: ärgern und nichts tun.

Alternative 2: Bausparen: ca. 1,5% (nach KESt), doch das deckt die Inflation auch noch nicht ab und es gibt VIEL bessere Alternativen. (mehr zum Thema Bausparen: hier und hier).

Alternative 3: Vermögensverwaltende Fonds…

Warum vermögensverwaltende Fonds?

Speziell für Einmalerläge und/oder schwankungsscheue Menschen eignen sich vermögensverwaltende Fonds hervorragend. Das allgemeine Ziel von Vermögensverwaltern ist es das Kapital zu erhalten und eine ansprechende Rendite zu erzielen – und dies bei geringen Schwankungen.

Es gibt in diesem Bereich eine Vielzahl von verschiedenen Konzepten und Ansätzen – jetzt geht es „nur“ (so einfach ist dieses „nur“ gar nicht ;)) noch darum, die passende Strategie für den jeweiligen Anlagehorizont, persönliche Präferenzen, etc. zu finden.

Ja und was lässt sich konkret mit guten, vermögensverwaltenden Fonds erzielen?

Beispiel: Weltweiter Mischfonds der zu mind. 50% in Anleihen anlegt und sonst freie Wahl bei der Veranlagung hat. Der Fonds hat in den letzten 10 Jahren (Einmalerlag im Mai 2003) im Durchschnitt +7,6% Rendite pro Jahr erzielt. Hört sich ja gut an…

Was ist aber, wenn ich genau am Höchstpunkt (DAX ca. 06/2007) der Aktienrally eingestiegen bin?

Die Performance ist immer noch +5,89% p.a. (!!).

Ja und was wäre, wenn wir genau am Höchstpunkt der Aktienrally eingestiegen sind und am Tiefpunkt (wieder ausgehend vom DAX – also ca. 03/2009) ausgestiegen sind?

In diesen ca. 22 Monaten hätten wir +2,81% p.a. erzielt. Also auch kein Minus!

WICHTIG: Das schafft nicht jeder vermögensverwaltender Fonds. Aber: Wenn der gesamte Aktienmarkt zB 50% verliert dann verhindert eine Mischung aus guten vermögensverwaltender Fonds einen solchen Absturz fast zur Gänze.

Jetzt muss ich noch Glück haben und den richtigen Fonds erwischen der kein Minus macht.

NEIN, das muss ich nicht. Um erfolgreich anzulegen muss ich ausreichend diversifiziert sein und vor allem verschiedene vermögensverwaltende Fondskonzepte kombinieren die NICHT miteinander korrelieren (und somit NICHT die gleiche Konzeption haben). Natürlich müssen die Fonds die ich auswähle (mit professioneller Unterstützung in der Planung und Auswahl) zu den Besten gehören – da es auch am vermögensverwaltenden Fondsmarkt viele Eintagsfliegen und Underperformer gibt. Die richtige Auswahl garantiert mir den mittel- und langfristigen Erfolg.

Dies heißt übrigens nicht, dass vermögensverwaltende Fonds die Antwort auf alles sind. Bei langfristigen Sparplänen sind durchaus reine Aktienfonds, etc. spannend. Genauso wie bei kürzeren Laufzeiten andere Konzepte interessant sind. Ärgern über niedrige Zinsen hilft auf jeden Fall nicht weiter.

Ja und wie wirkt sich jetzt zum Beispiel 5% p.a. Performance im Vergleich zu 2% in verschiedenen Szenarien zahlentechnisch aus?

Beispiel 1

Ich lege 10.000 Euro an (Ergebnisse vor KESt).

Ergebnis nach 5 Jahren: 12.834,– Euro – ca. 1.800 Euro mehr Gewinn im Vergleich zu 2%.

Ergebnis nach 10 Jahren: 16.470,– Euro – ca. 4.200 Euro mehr Gewinn im Vergleich zu 2%.

Ergebnis nach 15 Jahren: 21.137,– Euro – ca. 7.650 Euro mehr Gewinn im Vergleich zu 2%.

Beispiel 2

Ich spare monatlich 500,– Euro.

Ergebnis nach 5 Jahren: 34.145,– Euro (ein Plus von 4.145,– gegenüber den Einzahlungen; ca. 2.600 Euro mehr als bei 2% ).

Ergebnis nach 10 Jahren: 77.965,– Euro (ein Plus von 17.965,–; ca. 11.500 mehr als bei 2%).

Ergebnis nach 15 Jahren: 134.201,– Euro (ein Plus von 44.201,–; ca. 29.000 mehr als bei 2%).

FAZIT

Ärgern über niedrige Zinsen am Sparbuch, beim Bausparen, etc. ist sinnlos. Es ist Zeit aktiv zu werden und etwas dagegen zu unternehmen. Um eine ansprechende Rendite zu erzielen muss ich nicht automatisch exorbitante Risiken eingehen.

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