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Update Klassische Lebensversicherung: 3 Jahre später… Was ist geschehen?

Vor ca. 3 Jahren haben wir bereits über die klassische Lebensversicherung berichtet und vor Neuabschlüssen gewarnt. Wie sieht es jetzt nach 3 Jahren aus? Wie hat sich die Situation verändert? Was ist der Status quo? Was bedeutet das für Sie persönlich?

 

Wie haben sich die Garantiezinsen für klassische Lebensversicherungen entwickelt?

Betrachtet man die Zinsentwicklung, dann fällt der Garantie- bzw. Rechnungszinssatz stetig seit 2003. Von damals 3% auf (seit 01.01.2015) 1,50% in Österreich (in Deutschland übrigens 1,25%). Ein Grund dafür ist, dass klassische Lebensversicherungen nach wie vor zum Großteil in Anleihen anlegen (egal welche Gesellschaft). Wieso wird sich das auch nicht ändern?

 

Mit 01.01.2016 muss die Solvency II Richtlinie in Österreich umgesetzt werden. Somit gelten strengere EU-Aufsichts- und Kapitalvorschriften. Positiv ist, dass die Obergrenzen für Aktieninvestments entfallen. Werden die Gesellschaften somit mehr in Aktien investieren und die klassische Lebensversicherung dadurch wieder attraktiver machen?

Nein, denn durch die Solvency II Vorschriften müssen die Versicherer für eine Aktie mit aktuellem Wert von 10,– Euro Eigenmittel in der Höhe von 4,– Euro hinterlegen. Für Anleihen aus dem Euroraum müssen nach wie vor keine Eigenmittel hinterlegt werden. Es ist daher höchst unwahrscheinlich, dass Aktienquoten steigen werden.

 

Wie wird sich die gesamte Branche entwickeln bzw. was ist bereits zu beobachten? Was bedeutet das für Sie persönlich?

Die Versicherer werden sich immer mehr weg von klassischen Garantieprodukten hin zu Produkten ohne Garantien entwickeln. Die anhaltend niedrigen Zinsen im Staatsanleihenbereich machen es den Versicherungsgesellschaften schwer, sinnvolle Renditen zu erzielen bzw. zu garantieren. Dies sollte aber nicht zum Anlass genommen werden, um den Kopf in den Sand zu stecken, sondern als neuerlicher Weckruf endlich sinnvoll langfristig Geld anzulegen (ob dies als Altersvorsorge oder langfristige Geldanlage tituliert wird ist im Grunde egal). Wir haben bereits vor einiger Zeit über sinnvolle Varianten berichtet.

Kurz zusammengefasst:

Die britische Altersvorsorge gibt es inzwischen nicht mehr für Neuabschlüsse (Altverträge werden natürlich ganz normal weitergeführt). Sinnvolle Lösungen sind die passenden fondsgebundenen Lebensversicherungen. Hier gibt es eine Unzahl an Varianten und Optionen (fast jeder Anbieter bietet eine fondsgebundene Lebensversicherung an). Die Unterschiede sind allerdings gravierend. Von Fondsauswahl über Kosten bis Service und vielem mehr. Außerdem hilft die beste fondsgebundene Variante nichts, wenn mein Berater nicht kompetent ist. Unter anderem sind sinnvolle Fondsempfehlungen, rechtzeitige Umschichtungen und Anpassungen an die Marktverhältnisse für den Erfolg wichtig. Wer nicht auf das Thema Garantien verzichten möchte, kann auch Varianten verwenden, bei denen später auf Garantietöpfe zurückgegriffen werden kann. Anfangs macht dies keinen Sinn, da man sich zu sehr einschränkt und dadurch zu viel Rendite verschenkt.

Fazit

Wir bereits vor 3 Jahren ist es nach wie vor absolut nicht empfehlenswert klassische Lebensversicherungen abzuschließen. Altverträge müssen genau auf Rechnungszins und Restlaufzeit geprüft werden – erst dann kann entschieden werden, ob eine Weiterführung sinnvoll ist. Pauschal kann man sagen, dass für junge Menschen bei einem Garantiezins von unter 2,5% die Beitragsfreistellung und sinnvollere Anlage fast immer von Vorteil ist.

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