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Ist langfristiges Investment in Aktien sinnvoll oder nicht? Ist das nicht zu gefährlich?

Österreich ist kein Aktienanlegerland. Laut österreichischer Nationalbank besteht das Geldvermögen der Haushalte aus ca. 4% Aktien (Stand 2015 Q1, www.oenb.at). 8% sind in Investmentfonds investiert (es ist anzunehmen, dass auch hier die Aktienquote wohl eher gering ist). Fast die Hälfte wird als Spareinlage oder Bargeld gehalten. Ca. ein weiteres Viertel wird in festverzinslichen Wertpapieren und Versicherungen (vermutlich ebenfalls zum Großteil Anleihen im Hintergrund) gehalten. D.h. ca. 75% des privaten Geldvermögens der Haushalte wird in renditeschwache Lösungen investiert.

Aber dafür ist es sicher?!

Wirklich sicher ist dabei folgendes: Nach KESt und Inflation vernichte ich langfristig Geld. Über die letzten 15-20 Jahre reden wir hier ca. von einem Verlust von ca. 15-20% nach KESt und Inflation für Sparbuch- und Kontoguthaben. Wer sein Geld unter dem Kopfpolster oder im Garten vergraben hat verliert mehr. In Zukunft wird dies noch dramatischer wie jeder am Zinssatz am eigenen Konto oder Sparbuch sehen kann.

Ja, aber ich habe Angst mein Geld mit Aktien zu verlieren.

Die Angst ist aufgrund der Medienberichterstattung und der Finanzskandale der letzten Jahre leicht verständlich. Doch betrachtet man folgende Fakten wird schnell klar, dass die Angst oft unberechtigt ist.

  • Ich muss nicht zu 100% in Aktien investieren. Aktuelle Marktlage, Zeithorizont und persönliche Präferenz sollten die jeweilige Aktienquote bestimmen. Wer keine massiven Schwankungen in Kauf nehmen will, kann beispielsweise in gute vermögensverwaltende Fonds investieren (Achtung: die Auswahl ist hier enorm wichtig).

 

  • Was wäre wenn ich jetzt aber ganz langfristig investiere und zwar zu 100% in Aktien?
    Wenn wir weltweit anlegen und als Indikator den MSCI World (globaler Aktienindex) verwenden, dann hätten wir in den letzten 35 Jahren ca. eine Durchschnittsrendite von 7,4% p.a. gemacht. Ja, das ist mit allen Krisen – die ich hier voll mitgemacht habe. D.h. wenn ich hier aktiv meine Aktienquote steuere um in schlechten Marktumfeldern nicht die vollen Verluste mitzumachen, wären noch bessere Ergebnisse möglich.

    Ein anderes Beispiel dazu: Wenn ich beispielsweise nur den Schweizer Aktienindex seit ca. 1940 betrachte, dann gibt es KEINE 10-Jahresperiode in der ich einen Verlust erzielt hätte (Bsp. Kauf 1990 und Verkauf 2000). Das Risiko hängt also immer sehr stark mit dem Zeitfaktor zusammen.

 

  • Ich kann mein Risiko auch reduzieren indem ich nicht einmalig sondern monatlich anlege. Durch den Cost-Average-Effekt kaufe in Krisenzeiten „günstiger“ ein und senke dadurch meine Durchschnittskosten/preise. D.h. bei einer monatlichen Anlage können sich Schwankungen sehr positiv auswirken.

 

Fazit

Eine gewisse Aktienquote die flexibel anpassbar ist, ist im heutigen wirtschaftlichen Umfeld nicht mehr eine Wahl sondern ein Muss. Über Anleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere lassen sich nur schwierig sinnvolle Renditen erzielen in den nächsten Jahren.

Wie immer beim Thema Geldanlage sind Zeithorizont, Diversifikation und die Auswahl der passenden Instrumente mitentscheidend für den Erfolg.

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