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Staatliche Höherversicherung – Wollen Sie dem Staat Geld schenken?

Es gibt bei der Pensionsversicherungsanstalt die Möglichkeit sich freiwillig höher versichern zu lassen und so mehr staatlichen Pensionsanspruch zu sammeln. Im Grunde ganz einfach: Ich zahle mehr Pensionsversicherung ein (einmalig oder laufend) und erwerbe theoretisch dadurch einen Anspruch auf eine höhere Pension.

Die meisten, vor allem jungen Menschen, denken sich vermutlich gerade:

Warum soll ich das machen? Ich kriege ohnehin vermutlich nicht mehr viel Pension.

Man könnte dies jetzt als Glaubensfrage bezeichnen: Glaube ich an das staatliche System oder nicht? Die Antwort ist aber keine Glaubensfrage sondern relativ deutlich mit etwas Nachdenken zu beantworten. Folgende Punkte sind dabei unter anderem zu beachten:

  • Umlageverfahren: Im Grunde zahle ich bei dieser Konstellation mehr Geld in das Umlageverfahren (Generationenvertrag: wir alle zahlen die Pensionen der jetzigen Pensionisten) ein. Dies wird auf keinem Konto eingezahlt, sondern ich erwerbe einfach nur höhere Ansprüche. Was bedeutet das für mich?

    Bei der nächsten Pensionsreform sind diese Einzahlungen möglicherweise um vieles weniger wert. Ein Praxisbeispiel aus dem Jahr 2003: Hier wurde für alle noch Erwerbstätigen der Berechnungsfaktor von 2% auf 1,78% gesenkt. Dies geschah überdies rückwirkend. Das heißt, dass den erwerbstätigen Österreichern im Durchschnitt bereits erworbenes Pensionsrecht um ca. 11% gekürzt wurde.

    Das neue Pensionskonto verhindert solche Zugriffe nicht, da es eben kein echtes „Konto“ ist.

 

  • Steuerklasse: Bei höheren Pensionen kann es relativ schnell passieren, dass die vermeintlich hohe Bruttopension netto relativ gering wird.

 

  • Kurze Restlaufzeit vs. Lange Restlaufzeit:
    Wenn jemand nur noch 5 Jahre bis zur Pensionierung hat, dann kann der Gedanke an die Höherversicherung durchaus Sinn machen. Denn dann ist das Risiko massiver Änderungen im Sozialsystem nicht extrem groß. Langfristig betrachtet macht dieser Punkt, das Angebot der Höherversicherung aber völlig unattraktiv. Denn für alle die noch 15-20 Jahre oder länger arbeiten müssen, wird das Thema weitere Pensionsreformen massive Einschnitte mit sich bringen.

Vor allem der erste und dritte Punkt lässt uns an der Sinnhaftigkeit einer Höherversicherung über das staatliche System stark zweifeln.

Fazit

Für ältere Menschen könnte dies eine Alternative sein, wenn an das System der PVA geglaubt wird – aber selbst hier wird es vermutlich interessantere Lösungen geben. Für junge Menschen ist die Option völlig uninteressant, da es spätestens 2035 aufgrund der Demografie Entwicklung schwierig wird für das System. Künftige Reformen und Kürzungen sind nur eine Frage der Zeit und keine Frage des „ob es passiert“.

Menschen die über der Höchstbeitragsgrundlage verdienen bzw. Menschen mit hohen Pensionen müssen dies dann voll versteuern (und nicht nur 25%!).

Pointiert formuliert könnte man sagen: Es wird jetzt noch fleißig Geld eingesammelt, nachdem die Regierung bereits 20% des gesamten Staatshaushalt als Aufwendung zu den Pensionen zuschießen muss. Da kommt’s natürlich gelegen, wenn jemand jung in das System einzahlt und das System so etwas länger mitträgt. In 30 – 40 Jahren sieht er selber sowieso nur mehr einen Bruchteil davon. Auch so lassen sich jetzige Pensionen finanzieren

 

 

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