Berufsunfähigkeit

Unfall, Krankheit, Krankenhaus…Und woher kommt jetzt Geld?

Tatsachenbericht: Junger Diplom-Ingenieur fährt mit dem Auto, hat plötzlich ein „Blackout“, ein kleiner Verkehrsunfall passiert. Einlieferung ins Krankenhaus, dabei ergibt sich im Zuge der Untersuchungen starker Verdacht auf eine Krebserkrankung. Was folgt ist ein monatelanger, nervenaufreibender Krankenhausaufenthalt.

Das ist die eine Seite, aber was passiert mit dem Einkommen:

Für max. 6 Wochen gibt es in Österreich Krankengeld im Umfang von 100% (also Letztbezug vor dem Krankenstand), anschließend für 4 Wochen 80% Krankengeld und für die restlichen 42 Wochen des 1. Jahres gibt es immerhin noch 60% vom ursprünglichen Gehalt.

Anschließend gibt es seitens des Staates Unterstützung in Form von Rehabilitations- bzw. Umschulungsgeld. Die befristete Invaliditätspension wurde für unter 50 jährige im Jahr 2014 abgeschafft. Nur bei dauerhafter Berufsunfähigkeit, oder wenn eine Person medizinisch oder beruflich nicht mehr rehabilitiert werden kann, gibt es auch jetzt noch Berufsunfähigkeitspensionen.

Fazit: für unseren jungen Diplom-Ingenieur gibt es nach dem 1. Jahr wenig staatliche Unterstützung.

Würde eine private Berufsunfähigkeitsversicherung hier zahlen?

JA (länger als 6 Monate Krankenstand, Krebs-Diagnose,…), und zwar rückwirkend von Beginn an. Auch wenn später (hoffentlich) der Berufsunfähigkeitsgrund wegfällt und wieder normales Einkommen über Erwerbstätigkeit erzielt werden kann, wird für die Phase der Berufsunfähigkeit geleistet.

Wann zahlt die private Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wenn die zuletzt ausgeübte Tätigkeit voraussichtlich 6 Monate oder länger zu mindestens 50% nicht mehr ausgeübt werden kann (unabhängig von der Kausalität, somit ist Unfall, Krankheit, Burn Out,… usw. alles miterfasst).

Wie hoch ist die Rente der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung?

So hoch wie mit dem Anbieter vereinbart, allerdings gibt es je nach Versicherung gewisse Obergrenzen in Relation zum aktiven Erwerbseinkommen, diese liegen meist bei rund 60-80% des letzten Nettoeinkommens (Hintergrund: Bereicherungsverbot!).

Zahlt die private Berufsunfähigkeit auch, wenn ich anschließend einen anderen Beruf ausübe?

Ja, im Gegensatz zu den staatlichen Zahlungen gibt es hier keinen Widerspruch. Z.B. der Chirurg der unfallbedingt/krankheitsbedingt nicht mehr operieren kann, aber noch als ärztlicher Berater, oder Lehrender tätig ist, erhält weiterhin die private Berufsunfähigkeitspension (private Berufsunfähigkeitspension plus „neues“ Einkommen dürfen ca. 80% des alten Jahresnettoeinkommens nicht übersteigen).

 

Unser junger Diplom Ingenieur hat Mitte Dezember den endgültigen Bescheid der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen. Jetzt wird rückwirkend ab dem 1. Tag seiner Erkrankung rund 1.000 Euro im Monat überwiesen. Das deckt auf jeden Fall seine Fixkosten ab (Wohnung, Lebenshaltung, etc.) und sorgt zumindest existenziell für Erleichterung. Und hoffentlich ist er bald wieder fit, wir wünschen ihm nur das Beste!!!

Weiterführende Informationen rund um das Thema Berufsunfähigkeit in unseren bisherigen Artikeln (Berufsunfähigkeit Das unterschätzte Risiko, Staatliche Verschärfung, Die größten Irrtümer)

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