Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeitsversicherung – Die 4 größten Irrtümer

Wir haben bereits allgemein über das unterschätzte Risiko der Berufsunfähigkeit berichtet und die staatliche Verschärfung seit 01.01.2014 beleuchtet. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den 4 größten Irrtümern rund um das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung.

1.)„Das ist Luxus und viel zu teuer.“

Die Berufsunfähigkeit gehört zu den existenzbedrohenden Risiken – es handelt sich nicht um eine Luxusabsicherung sondern um eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt.

Warum?

Wenn ich aufgrund einer Krankheit (auch psychische Krankheiten wie Burnout) oder eines Unfalls meinen Job nicht mehr ausüben kann (zu 50% oder mehr), dann dient die BU-Versicherung dazu, mein monatliches Einkommen (bzw. zumindest meine Fixkosten) abzudecken. Im Detail zum Nachlesen: Wir sind auf diese Thematik schon sehr intensiv in unserem Artikel Das unterschätzte Risiko eingegangen.

Und wie sieht’s preislich aus?

1000,– Euro BU-Rente monatlich bis 60 machen für eine 28-jährige Person (StudentIn oder akademischer Abschluss) ca. 27 Euro monatlich aus. Bei den meisten Einstiegsgehältern im akademischen Bereich sind das nicht einmal 2% des Nettogehalts.

2.)„Das brauche ich erst später.“

 Die Gefahr, dass ich mit 55 berufsunfähig werde ist größer, als die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit 28 berufsunfähig werde… ABER:

– Mit 55 habe ich schon ca. 30 Jahre Einkommen generiert. Viel dramatischer ist es allerdings wenn ich tatsächlich mit zB 29 Jahren ausfalle oder kurz nachdem ich meine Immobilie finanziert habe. Das Haus oder die Wohnung kann ich dann vermutlich gleich wieder verkaufen und weitere Ziele werden sehr schwierig zu erreichen.

–  Je später ich die Absicherung mache, desto teurer wird sie. Das ist aber gar nicht so sehr das Problem. Die schwerwiegendere Problematik ist: Je mehr gesundheitlich anfällt, desto schwieriger wird es alles versichert zu bekommen (ohne Ausschlüsse und/oder Prämienzuschläge). D.h. je früher ich das Risiko absichere desto besser.

 

3.)„Aber es ist doch unwahrscheinlich, dass ich bei meinem Job berufsunfähig werde.“

Diese Aussage lässt sich ganz einfach statistisch beantworten. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine 25-jährige Person (Bürojob) bis 65 berufsunfähig (= die Person kann 6 Monate oder länger ihren Job nicht ausüben) wird?

Der Prozentsatz liegt bei fast 30%. Betrachtet man den Zeitraum bis 60, dann liegt der Wert noch immer bei 20%. D.h. gut ein Fünftel aller Akademiker werden bis 60 einmal berufsunfähig sein.  Was hier ebenfalls noch zu beachten ist: Es geht nicht nur um den Fall des Totalausfalls bis zur Pension – auch wenn ich „nur“ 2-3 Jahre ausfalle ist dies ohne finanzielle Absicherung nicht einfach zu bewältigen.

 

4.)„Wieso hat mir das dann niemand vorher gesagt? / Wieso hat dann niemand den ich kenne diese Versicherung?“

 Die Hauptgründe dafür sind:

– Der Großteil der „Berater“ kennt sich mit dem Thema Berufsunfähigkeit nicht ausreichend aus. Ohne viel Know-How ist es schwierig, jemanden zu erklären warum diese Absicherung so essentiell ist.

– Je nach Beruf und Tätigkeit kann eine Berufsunfähigkeit teuer werden. Während ein Akademiker zB 27,– Euro bezahlt, würde ein Maurer mit Lehre für dieselbe Absicherung ca. 120,– Euro monatlich bezahlen (aufgrund des massiv höheren Risikos). ABER aufgepasst: Für risikoreichere Berufsgruppen gibt es Absicherungen die einer Berufsunfähigkeit ähnlich sind (nicht ganz so umfangreich) und preislich viel niedriger liegen. D.h. auch hier gibt es maßgeschneiderte Lösungen für diese speziellen Bedürfnisse.

– Es gibt keinen klassischen österreichischen Anbieter, der vernünftige Berufsunfähigkeitsabsicherungen im Portfolio hat (eine kleine Verbesserung gegenüber den letzten Jahren ist aber bemerkbar). Speziell im Vergleich zu den deutschen Konkurrenten (wo der Konkurrenzdruck unter den Gesellschaften viel höher war/ist und deshalb Top-Produkte auch für den österreichischen Markt erhältlich sind). Deshalb kann ein Vertreter einer typischen österreichischen Versicherung zu dem Thema allgemein nicht viel erzählen oder machen.

FAZIT

Die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt einen der entscheidendsten Absicherungsbausteine dar und darf unter keinen Umständen vernachlässigt werden. Um Halbwahrheiten und Halbwissen vorzubeugen hilft nur Expertenrat und objektive Betrachtung der jeweiligen individuellen Situation.

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